Jazzlog 4/2015

April 28, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Bluey, der Kopf von Incognito, legt mit Life Between the Notes sein zweites Soloalbum vor. Es ist eine zwiespältige Angelegenheit. Der lässige Groove ist einerseits Wundsalbe für unsere gestressten, entzündeten Seelen, aber gerade die Songs 2 und 4 (1 ist nur ein Intro) sind so sperrig, dass es beim Hören zu Abschürfungen in den Ohren kommen kann. Trotzdem sind die übrigen Songs nahezu perfekt. Wieder ein starkes Soloalbum, das auf ein mässiges incognito-Album folgt.

Lässigen, fusion-beeinflußten Jazz bietet die Band von Gitarrist Igor Osypov auf ihrer ersten Scheibe. I heißt das Album konsequenterweise. In Livemitschnitten auf YouTube wirkt die Band teilweise etwas wackelig, auf dem Studioalbum klingen sie aber souverän.

Wild Card (homepage) sind wesentlicher mehr „stylish“. Hier wird Bop mit Einflüssen aus Hip Hop, Rap, Soul mit lateinamerikanischen Stilelementen gemischt. Hinzu kommt Afro-Beat und Funk. Man nennt das dann Nu-Jazz. Die in London beheimatete Band wurde vom Pariser Gitarristen Clement Regert gegründet. Organic Riot ist das dritte Album von Wild Card und das zweite, das mit dem Bandkern aus Regert, Organist Andrew Noble and Drummer Sophie Alloway eingespielt wurde.

Tenorsaxofonist Dahi Divine hat mit The Element sein Debütalbum vorgelegt. Sehr souliger Jazz, aber festverankert in der Jazztradition.Ein extrem souveränes Werk für einen Musiker und Komponisten, der noch mitten in seinem Musikstudium steht. Und außerdem ist die Musik extrem schöööön.

Das neue Acoustic Enlacement Album Cosy As the Night Is For Some gibt es auf Google oder Bandcamp. Ein Teil der Songs ist beeinflußt von der europäischen Klassik, ein anderer von der Tangerine Dream-Seite der elektronischen Musik, und ein nicht kleiner Teil der Kollektion groovt. Allerdings bin ich mit dem Mix nicht zufrieden.

Die Rockecke sieht eher bescheiden aus:

Steven Wilson bietet mit seinem ambitionierten Werk Hand Cannot Erase nur exquisite Langeweile.

Todd Rundgren demontiert sich selbst mit Global. Der Ex-Starproduzent (Bat out of Hell etc) schickt mit seinem 25. Soloalbum schon wieder eine blechern klingende Synthie-Pop-Produktion ins Rennen. Ohne Gitarren(!), mit nur dünnen digitalem Bass und Drums.

Southland von Steely Dan ist dagegen witzig. Ein wahres historisches Dokument! Zwei Radiomitschnitte vom März 1974. Huch, die waren ja fast Punk damals. Unglaublich dass die distinguierten Herren auch mal falsch singen und spielen, aber richtig draufkloppen, konnten.

Der Zeitraum, der von Studioalbum zu Studioalbum vergeht, wird bei Anekdoten immer länger.Ihr sechstes reguläres Album Until All Ghosts Are Gone kommt 8 Jahre nach dem Vorgänger A Time Of Day. Musikalisch gibt es nichts Neues zu vermelden. Düsterer, psychedelischer Progrock mit heavy Gitarren.

Steve Hackett hat – nach seinen ausgedehnten Touren mit altem Genesis-Material – eine neue Solo-LP mit neuen Kompositionen veröffentlicht. Wolflight heißt sie und die Stücke sind wohl von der Beschäftigung mit dem alten Zeug beeinflußt. Auch viele Elemente aus der europäischen Klassik sind eingearbeitet. Yes-Bassist Chris Squire ist auch mit an Bord. Insgesamt wohl eher was für Fans der frühen Genesis, die sich vor Klassik nicht fürchten.

Percy Sledge ist gestorben.

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