Jazzlog 1/2015

Januar 29, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Adam Nitti hat mit Not of This World ein hervorragendes Fusionalbum vorgelegt. Es liegt in der Natur der Sache, dass es ein bißchen angestaubt klingt. Schließlich kommt es ca. 40 Jahre zu spät.

Ganz grandios ist hingegen das aktuelle Tony Allen Album Film of Life. Der 74-jährige Mitbegründer des Afrobeats spielt hier mit einer Lässigkeit und Spielfreude, die einfach begeistert. Wie hat Allen einmal gesagt: einen guten Drummer erkennt man daran, dass er 4 Gliedmaßen hat und mit jeder etwas anderes spielt.

Guardner hat ein Album aufgenommen, dass für ein Werk, das unter der Ambient-Flagge segelt, vor musikalischen Ideen nur so strotzt. Leider mag Guardner offenbar verstimmte, häßliche Sounds. Trotzdem ist Symbolism hörenswert.

Christian Vogel ist konsequenter. Auf Polyphonic Beings verzichtet er komplett auf Musik im herkömmlichen Sinne. Diffuses durch den Phaser gejagtes Zischen und Rauschen schwebt über in Zeitlupe stampfenden Maschinen. Das könnte man als Industrial Ambient Dub bezeichnen. Und es funktioniert sogar.

Durchwachsen ist Beardfishs +4626-Comfortzone. Das ist Old-School-Prog mit starkem psychedelischem Einschlag, aber es ist gewollt(?) eckig und verweigert sich der Hörbarkeit. Interessant aber hüftsteif; ohne jeden Groove.

Grooven tun dagegen Pressure Point & P.P. Arnold. Typischer Brit-Soul findet sich auf This Is London. Das ist ein Rerelease von 1989 und leider ziemlich vergessen.

Boris Blanks Box-Set Electrified ist ziemlich langweilig. Keinerlei Weiterentwicklung. Die Mucke klingt wie Yello in den Achtzigern, nur dass sie ohne Dieter Meiers Sprechgesang öde ist.

Ein nettes Psybient-Album kommt hingegen von PsiloCybian. Es fiepst zwar ein bißchen zu viel auf Unfold Oneself Into Endlessness, aber es ist durchaus hörbar.

Edgar Froese, letztes verbliebenes Tangerine Dream-Gründungsmitglied, ist mit 70 gestorben (Guardian).

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