Jazzlog #3 2013

März 28, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Das SF Jazz Collective ist gerade in der USA auf Tour mit Musik von Chick Corea. Die Band hat schon im September 2011 eine 2-CD-Box mit Live-Interpretationen von Stevie Wonder-Titeln veröffentlicht. Das Album hieß Music of Stevie Wonder and New Compositions. Es wurde 2011 in New York aufgenommen und war mir bisher entgangen, obwohl ich ein großer Fan der Musik Wonders bin. Das SF Jazz Collective besteht zur Zeit aus Miguel Zenon (alto sax), Mark Turner (tenor sax), Avishai Cohen (trumpet), Robin Eubanks (trombone), Stefon Harris (vibraphone), Edward Simon (piano), Matt Penman (bass), Eric Harland (drums). Avantgarde darf man hier nicht erwarten, aber allerhöchste musikalische Qualität (jazzreviews). Schon wie sie den ersten Track Sir Duke auseinandernehmen ist begeisternd. Jazz Reviews behauptet, es sei eine 3-CD-Box, obwohl sie das Tracklisting richtig angeben ( 2 x 8 Songs).

Steve Coleman hat mit seinen Five Elements nach Jahren mal wieder eine Platte gemacht, die „accessible“ ist (allthatjazz). Ein gutes, neues Coleman-Album wünsche ich mir schon lange. Das Werk heißt Functional Arrhythmias. Nun ja, Pop darf man nicht erwarten, aber es groovt wieder. Ich muss mir die noch ein paar Mal anhören, um zu einem Urteil zu gelangen.

Steven Bernsteins Sex Mob spielt die Musik der Fellini-Filme auf Cinema, Circus & Spaghetti (Sex Mob Plays Fellini: The Music of Nino Rota) (allthatjazz)

Der englische Singer/Songwriter Lloyd Cole (kennt den noch jemand außer mir?) hat sich mit dem deutschen Elektroniker Roedelius zusammengetan für ein Album namens Selected Studies Vol. One (popmatters). Ein seltsames Paar, so scheint es. Allerdings scheint von dem typischen Cole-Sound hier nichts zu hören sein. Es ist wohl eher ein Ambient-Album.

Markus Stockhausen, Trompeter und Sohn eines berühmten Vaters, hat im Sommer 2011 ein Konzert mit dem Metropole Orkest im Amsterdamer Concertgebouw gegeben. Drei der vier Stücke hat er extra für diesen Abend komponiert. Das Tondokument Markus Stockhausen and the Metropole Orkest erscheint bei Intuition (intuition).

Kahil El’Zabar, Perkussionist, der eher mit der freieren Form des Jazz‘ in Verbindung gebracht wird, hat ein Album mit jungen Sidemen gemacht. What It is! ist natürlich trotzdem getrieben von afrikanischen / afro-amerikanischen Rhythmen (allthatjazz).

Mogwai haben mal wieder ein Soundtrack-Album veröffentlicht. Es heißt Les Revenants und die Band hat die zugehörige TV-Serie noch nicht gesehen. So what? That’s Pop (popmatters).

The legend lives! Indeed. Defunkt kommt nach Deutschland und zwar (fast) in Originalbesetzung – sagt die Werbung. Na ja, nicht wirklich Originalbesetzung, aber… Hinter der Horn-Frontline aus Joseph Bowie (Posaune) und John Mulkerin (Trompete) wird die Gitarrenwand aus Bill Bickford und Ronny Drayton stehen. Kim Clarke und Kenny Martin bilden die Rhythmusgruppe. Defunkt hatten Ende der Siebziger – in den Zeiten des Punks – die New Yorker Jazz-Szene aufgemischt . Zusammen mit den Lounge Lizards, James Blood Ulmer und James Chance and the Contortions waren sie damals bei Kritikern (No Wave) extrem angesagt. In den späten Achtzigern folgten brachiale Avantgarde(-Live)-Alben und schließlich 1993 die Kehrtwendung mit Sängerin Kelli Sae zum poppigen Soul und Funk. Seit Mitte der Neunziger gab es kein neues Studiomaterial mehr.

Trent Reznor meldet sich zurück mit der Debüt-CD seines Projektes How To Destroy Angels. Es ist der erste Longplayer nach zwei EPs. Die Musik hier ist wesentlich gesetzter als bei NIN. Er wird gesanglich unterstützt von seiner Ehefrau Mariqueen Maandig. Das Album heißt Welcome Oblivion und Michael Schuh (laut.de) denkt, das Trent schon auf dem Weg dahin ist.

Kraftwerker Karl Bartos hat ein Soloalbum gemacht: Off the Record. Das Material soll allerdings schon Jahre alt sein. Ulf Kubanke gefällt das (laut.de).

Auch John Foxx plündert seine Archive. Für Evidence, das er als Kollaboration mit the Maths (Benge) herausbringt, sammelte er Aufnahmen aus den letzten Jahren (the Quietus).

Ein anderer Ur-Elektroniker, der Franzose Jean Michel Jarre, hat eine Label-Werkschau des Lyoner Infiné-Labels herausgebracht. Die Compilation heißt Infiné by JMJ (Groove).

Klaus Schulzes neues Doppel-Album heißt Shadowlands (laut.de).

Während die Progrock und Elektronik-Veteranen der Siebziger noch aktiv sind, sind die meisten Punk/New Wave-Acts in der Versenkung verschwunden. John Foxx gehört zu den Ausnahmen, genauso wie Wire. Die melden sich zurück mit Change Becomes Us (popmatters).

Von meinem eigenen Projekt Acoustic Enlacement gibt es auch eine neues Album. Ambient Jazz streift durch die Regionen der abstrusen Tonleitern, kombiniert dies aber mit repetiven Riffs und dem massiven Einsatz des Software-Synthesizers ZynAddSubFx. Es ist kostenlos anzuhören und runterzuladen bei Jamendo.

Gestorben ist am 7. März Peter Banks, Gitarrist und Gründungsmitglied von Yes.

Bobbie Smith, Sänger der (Detroit) Spinners starb am 16. März. Ein Interview mit Bobbie Smith führte Pete Lewis 2009: bluesandsoul.com.

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