Jazzlog #2 2013

März 1, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Joe Lovano hat mit Us Five ein neues Album eingespielt: Cross Culture. Ben Ratliff (NY Times)  glaubt, dass Lovano mit diesem Album die Grenzen des Jazzes (gibt es die überhaupt?) überwindet.

Bei ESC ist ein Radiohead-Tribute-Album erschienen (ESC). Es nennt sich Head Radio Retransmissions und die beteiligten Künstler stammen alle aus dem Jazzbereich. Die Interpretationen auf dieser Doppel-CD sind so unterschiedlich wie die Besetzungen der Bands. Die Qualität der Stücke ist durchweg hoch, einige Interpretationen sind schlichtweg genial.

Das Duo Food, bestehend aus Thomas Strønen und Iain Ballamy ( Loose Tubes, Bill Bruford’s Earthworks), hat sein siebtes Album veröffentlicht. Es heißt Mercurial Balm (allaboutjazz) und ist wieder mal ein Zusammenstoß von Jazz mit elektronischer Musik. Teils im Studio, teils live beim Mannheimer Enjoy Jazz-Festival aufgenommen, bietet es ambientartige Soundexperimente. Unterstützt werden Food von einigen musikalischen Gästen ( darunter Nils Petter Molvær).

Nach Joe Jackson hat sich jetzt auch Mark Lockheart auf Duke Ellington gestürzt. Seine Ellington-Interpretationen auf dem neuen Album Ellington in Anticipation sollen allerdings radikaler sein. Sagt jedenfalls John Fordham (Guardian) – ich hab’s noch nicht gehört.

Mr. E bringt das zwölfte reguläre Eels-Studioalbum heraus. Es nennt sich „Wonderful, Glorious“ (laut.de). Wie die Zeit vergeht! Aber Eels bleiben immer Eels.

„Bluey“ Maunick, Mastermind von Incognito, hat nach all den Jahren im Showbusiness jetzt seine erste Solo-CD aufgenommen. Im Gegensatz zu den Incognito-Alben singt er hier selbst ( SoulandJazzandFunk). Die Scheibe heißt Leap of Faith.

Aus dem Ambient-Bereich stammt die Compilation Musik For Autobahns. Der Titel, des von Gerd Janson zusammengestellten Albums, verweist auf Eno und Kraftwerk. Zwei nicht mehr sehr originelle Inspirationsquellen für Elektroniker. Aber die Tracks klingen interessant. (groove)

Die altgedienten „Chiller“ Tosca melden sich zurück mit Odeon. Darryl Wright gefällt es nicht. Für ihn ist es zu düster und zu ambientlastig  (popmatters).

Das japanische Downtempo-DJ-Duo Force of Nature (KZA und DJ Kent) hat seinen aktuellen Mix Expansions nach einem Klassiker von Lonnie Liston Smith genannt. Lonnie Liston Smith ist ein Jazz-Keyboarder, den man nicht mit dem Hammond-Organisten Dr. Lonnie Smith verwechseln sollte. Erstgenannter ist in DJ-Kreisen beliebt, seit seine Musik in Computer-Games benutzt wurde. Allerdings nutzen Force of Nature keinen Smith-Titel im ihrem Mix, aber der Geist des Jazzer soll angeblich über allem schweben (Groove).  Aber warum gibts das nicht als Download?

Wer distinguiert „chillen“ will, sollte sich das neue Album Lucidity vom Swiss Jazz Orchestra zulegen. Als Bonustrack liefern die Schweizer sogar einen Remix des zentralen Tracks Figment.

Nett ist der Künstlername eines Münchener Reggae-Produzenten und Dub-Acts: Umberto Echo. Der Mann soll schon seit den späten Neunzigern aktiv sein, allerdings war er mir bisher nicht aufgefallen. Aber ich verfolge die deutsche Reggae-Szene ja auch nicht besonders aufmerksam. Jetzt hat er reichlich Jazz-Prominenz ( z.B. Renaud Garcia-Fons und Jean-Louis Matinier) eingeladen für sein drittes Soloalbum Elevator Dubs, das bei enja am 15. März erscheint.

Einen bewegenden Artikel über den todkranken Wilko Johnson hat der Guardian veröffentlicht. Wilko hat als Gründungsmitglied und Songwriter den Sound der frühen Dr. Feelgood entscheidend geprägt. Roxette, Back in the Night, She Does it Right – allesamt Klassiker.

Am 4. Februar ist der Jazz und Funk-Trompeter Donald Byrd gestorben (SPON).

Bereits am 17. Januar verstarb der Van der Graaf Generator-Bassist Nic Potter (vdgg).

Cecil Womack, eine Hälfte des R&B-Duos Womack & Womack, starb am 1. Februar. (Naturally Moi).

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