No brain, no pain

April 30, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

TOUFIC FARROUKH CINÉMA BEYROUTH (2012) enja

Musiker: Toufic Farroukh (ss,ts), Nicolas Giraud (tp), Sylvain Gontard (tp), Daniel Zimmermann (tb), Didier Havet (tuba, soubassophone), Leandro Aconcha (p), Luc Isenmann (dr)

Der Einfluss Beiruts ist nicht sofort hörbar. Das Album klingt sehr europäisch. Im Unterschied zu seinen früheren Alben benutzt er hier auch keine arabischen Instrumente. Nun lebt Farroukh auch schon eine gewisse Zeit in Frankreich und Beirut war ja auch bekannt für seine Offenheit für westliche Einflüsse. Doch Beirut scheint nur noch eine Erinnerung zu sein, obwohl Farroukhs Kompositionen auf diesem Album bis 1994 zurückreichen. Die meisten schrieb er für Filme oder Ballette. Insofern weiß ich gar nicht, ob man dieses Album Jazz nennen kann – obwohl es doch alle tun. Alle Stücke sind komplexe, ausgearbeitete Konstruktionen, die jedoch nie seelenlos klingen. Die neueren gefallen mir irgendwie besser.

No brain no pain, der Eröffnungstrack ist von dem Ballett Deux points ouvrez les guillemets.  Es ist eine sehr verdichtete, dennoch komplexe Komposition und eine wunderbare Einführung in dieses Album. Wie auch die anderen Stücke, beschwört es starke Bilder in unserem Kopf herauf.

Wobei die Musik Farroukhs nicht besonders sonnig ist. Aber das Leben ist ja auch nicht immer sonnig. Zumindest nicht für die von uns, die noch einen Verstand haben. L’inaccessible a bras ouverts aus dem Film Fallafel drückt für Farroukhs Verhältnisse da schon Hochgefühl aus. Was auch nur gerecht ist, wenn man in Betracht zieht, wie verdammt gut das Zeug schmeckt, nach dem der Film benannt ist.

Aconcha hat bei den meisten Arrangements geholfen. Sie bringen die Trompeten – abwechselnd gespielt von Giraud und Gontard – ziemlich in den Vordergrund. Alles in allem, ist das Anhören dieses Album eine sehr starke aber auch lohnende Erfahrung.

Farroukh live: http://www.youtube.com/watch?v=ETlP2deXGn8

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