Wer, wie, was…wieso, weshalb, warum?

September 25, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Autofahrer wird im Durchschnitt immer älter – und verursacht im hohen Alter immer höhere Schäden. Manchmal sogar mit Todesfolge. Wissenschaftler am Forschungszentrum CERN wollen entdeckt haben, dass Teilchen sich doch mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegen können. Ist Einstein am Ende? Und kann ich nun endlich in die Zukunft reisen, um zu sehen, welche Aktien ich jetzt kaufen sollte? Oder sollte ich gar keine Aktien kaufen?

Very few single answers will last the test of time. The act of questioning seems, in the end, more fundamentally human than the production of answers. Looking back to the innocent questions of a child and then forward to the anxious queries of the demented, wecan find a link in the humanity of questioning.

Christopher Bollas „The Infinite Question“

Laut Bollas ist es zutiefst menschlich, Fragen zu stellen. Ab und zu finden wir sogar Antworten auf unsere Fragen, aber die endgültige Antwort wird es nie geben. Immer wieder wird sich eine neue Frage ergeben. Je mehr wir fragen, um so weniger wissen wir. Fragen müssen wir trotzdem, denn wie aus der Sesamstraße wissen, wer nicht fragt, bleibt dumm.

Die Antworten überdauern nicht die Zeit, sagt Bollas auch. Und die Financial Times bestätigt dies in ihrer Ausgabe vom 24. September 2011. Selbstkritisch heißt es dort, dass die von ihr gegebenen Antworten zu den Marktproblemen vor zehn Jahren heute eher kleinkariert wirken. Hinterher ist man immer schlauer.

Und die Marktprobleme von heute? Wird der Euroraum fallen? Gehen die USA Pleite? Wird China die Weltherrschaft übernehmen oder wird die KP von den chinesischen Wutbürgern auf den Müllberg der Geschichte befördert? Werden sich die europäischen Aktienkurse für ein Jahrzehnt auf sehr niedrigem Niveau einpegeln, so wie sie es in Japan in der letzten Dekade gemacht haben? Ein japanischer Zenmeister soll auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, geantwortet haben, dass im Hof ein schöner Kirschbaum stünde.

So lasst uns also alle Rationalität vergessen und uns auf unser Bauchgefühl verlassen. Doch halt! Wir Freudianer glauben doch, dass es ein Unbewusstes gibt. Das Ich abschalten und das Unbewusste freie Hand zu lassen, ist das wirklich so eine gute Idee? Nein, natürlich nicht. Aber vielleicht gibt es ja zwei Arten von Unbewusstem: das negative, unterdrückte und die Intuition.

Nun müssen wir die beiden Kräfte nur noch auseinanderhalten können. Die Intuition darf man nicht hinterfragen, sonst macht man sie kaputt. Die verdrängten Wünsche in unserem Unbewussten hingegen müssen ins Bewusstsein gebracht werden, da sie uns sonst immer wieder schaden. Leider können wir oft das Verdrängte nicht erkennen. Es maskiert sich. Somit wissen wir nicht warum wir schon wieder den Partner beleidigt oder uns betrunken haben. Oft können andere Menschen besser sehen, was mit uns nicht stimmt, sie sagen es uns aber meistens nicht. Oder wir wollen es nicht hören. Allerdings ist natürlich auch ihr Urteil von den Projektionen ihres Unbewussten gestört. Man sieht und hört nur, was man sehen und hören will.

Die Wissenschaftler am CERN haben jetzt Neutrinos gemessen, die schneller als das Licht unterwegs waren. Dummerweise waren sie auf dem Weg vom CERN nach Italien gerade mal zwei Nanosekunden zu schnell. Warum nicht zwei Sekunden, dann wäre klar gewesen, dass es kein Messfehler sein kann. Aber so stellt sich die Frage, haben die Forscher dieses Ergebnis auf den Versuch projiziert, weil sie berühmt werden und mehr Forschungsgelder bekommen wollten oder werfen ihnen das die Kritiker nur vor, da sie nicht ertragen können, dass das physikalische Dogma, welches sie auf die Welt projizieren, zusammenbricht? Wenn die Versuchsergebnisse stimmen, dann sind Zeitreisen theoretisch möglich, aber könnten wir Zeitreisen überhaupt psychisch verkraften? Unserer Selbstbild wird doch von der chronologischen Erzählung geschaffen und zusammengehalten. Die Ergebnisse würden auch bedeuten, dass es mehr als die uns bekannten Dimensionen gibt. Was nützt uns das? Wir können ja eh nur drei Dimensionen erkennen.

Fragen über Fragen. Und viele Antworten, nur keine endgültige. Aber doch, die wurde ja schon gegeben. Sie lautete 42, wie wir von Douglas Adams wissen.

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