Juli 2011

Juli 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Tracks

Hellblau leuchtet der Himmel über meinem Balkon. Der Wind weht streicht sanft über die Balkonpflanzen und schiebt sachte die watteartigen, weißen Cumulus-Wolken an. Die richtige Zeit für Musik, die voll krass mellow ist.

A Scarcity of Miracles, das Titelstück des neuen King Crimson-ProjeKCts, wird durch die wohlig warme Stimmung von Mel Collins‘ Saxofonsolo in kosmische Sphären transportiert. Collins ist ja ein Spezialist für wohltemperierte Holzblasinstrumente. Das Richtige zum Chillen – aber halt: die Musik ist ja gar nicht kühl sondern wohlig warm. Der Track This House setzt dem ganzen noch eins drauf – oder drunter, je nachdem.  Die Töne scheinen in der Luft stehen zu bleiben. In Zeitlupe entfaltet sich das Stück. Eine tiefe Melancholie entströmt den Boxen. Jakszyk ist sicher kein großer Sänger. Er spricht mehr, als dass er singt. Aber das passt zur Grundstimmung des Tracks. Fripp klebt filigrane Klangtapeten. Die Rhythmusgruppe, bestehend aus Tony Levin und Gavin Harrison, kann sich kaum in Szene setzen.

Apropos Bass: Tony Levin ist sicher der technisch versiertere Bassist, aber Bootsy Collins packt viel mehr Schmutz in seine Grooves. Collins hat als Bassist den P-Funk miterfunden; auf seinem neuen AlbumTha Funk Capital of the World stürmt er zu neuen musikalischen Höhen. Yummy, I Get the Munchies ist auch samtweich, aber längst nicht so unschuldig rein wie die King Crimson-Musik. Der Soulschmelz des Stückes passt gut zu The Fear vom 2005er Stereo Mcs Album Paradise, das ich gerade wieder entdeckt habe. Der hohe Gesang von Stephanie McKay mag gewöhnungsbedürftig sein, aber der Track hat einen Wahnsinnsgroove.

Tumbleweed von Michael Breckers leider allerletzten Album Pilgrimage von 2007 kommt etwas flotter daher. Breckers Komposition besticht durch die starke, melodische Saxofonstimme und John Patituccis schöne Bassline. Jack DeJohnette darf sich am Schlagzeug austoben, während Brad Mehldaus Piano hauptsächlich die harmonische Basis liefert. Brecker ist leider inzwischen verstorben.

Will man schließlich noch etwas rumhüpfen, so bietet sich wieder Bootsy an. Don’t Take My Funk  ist mit dem leider auch verstorbenen Catfish Collins an der Gitarre und mit Bobby Womack entstanden. Bootsy pumpt uns hier noch mal den Funk in die Beine.

Albums

Bootsy Collins Tha Funk Capital of the World (2011) Mascot Records

Jakszyk, Fripp and Collins A Scarcity of Miracles (2011) DGM

Stereo MCs Paradise (2005)  Graffiti Recordings

Michael Brecker Pilgrimage (2007) Wa Records

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